Tag 16: Iga Ninja Museum – viel Kitsch, aber trotzdem einen Besuch wert

Zuerst will ich kurz etwas zu den Ninja Museen in Japan sagen. Man liest in Foren oder Chat´s häufig das man dies oder jenes in Museen gesehen hätte, aber oft wird nicht gesagt welches Museum es war. Deswegen hier erstmal eine kleine Auflistung der mir bekannten Ninja Museen und jeweils eine kleine Beschreibung.

1. Das Iga Ninja House
117-13-1 Ueno Marunouchi,
Iga-shi, Mie-ken
Durch seine international reisende und recht bekannte Showtruppe am bekanntesten. Viele der Exponate stehen in dem Ruf historische orginale zu sein und wurden von Fujita Seiko zusammengetragen.

2. Togakure Ninja Shiryokan
381-4101 Togakushi-mura,
Kimiminochi-gun Nagano-ken
Kurz unterhalb des Gipfels von Togakushiyama ca. 5 Minuten Fussmarsch vom bekannten Togakushi Hōkōsha Schreins. Ausgestattet mit vielen Bildern und Exponaten die von Masaaki Hatsumi zusammengetragen wurden. Neben dem Museeum gibt es noch einen Kletter und Hindernisparkour.

3. Kōka no Sato Ninjutsumura
520-3405 Präfektur Shiga,
Koka-cho, Oki 394
Nicht nur ein Museum sondern ein ganzes Dorf, mit besichtigbaren Geheimgängen und ähnlichem.

Wir waren in Iga Ueno und das Museeum ist wie gesagt rechts neben der Burg im selben Park. Es besteht aus dem ,,Ninjahaus´´ einem Haus das mit allerlei geheimverstecken und extras versehen ist, zwei relativ großen Ausstellungshallen und der Iganinja Show.
Bis auf die Show ist alles im Preis von 400Yen inbegriffen, die Show selber kostet nocheinmal 300Yen extra.

Vor dem Eingang findet man mehrere Minischreine, die es in Iga an jeder Ecke zu geben scheint.
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Auch der Haiseiden ein bekannter Pavillion der dem Haiku Meister Matsuo Bashō gewitmet ist ist direkt im Vorgarten des Museums. Bashô stammte aus Iga und ihm wurden mehrere Gedenkstätten in Iga gewidmet.
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Von außen schaut das Haus wie vile traditonelle Häuser in Japan aus. Wäre nicht das Kassenhäuschen und die Schilder die auf das ,,Iga Ninja House´´ verweisen, würde man denken es wäre ein ganz normales Wohnhaus mit Garten.
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Nachdem man eine Karte gekauft hat beginnt das Museum mit einer kurzen 10-15 Minütigen Führung durch das Haus. Leider konnte ich dort wegen den lichtverhältnissen keine ordentlichen Bilder machen deswegen hier nur ein kurzer Abriss davon.
Man wird in einen Vorraum geführt in dem man die Straßenschuhe ablegt. Anschließend geht es in den großen Wohnraum. Dort wird kurz was zur Geschichte der iga Ninja erzählt und anschließend geht der Intressante Teil los.
Als erstes wurde eine Wand gezeigt die sich durch druck in eine Drehtür verwandelt. Mit ein bischen Übung kann man quasi durch die Wand rennen und verschwinden.
Man durfte das selber ausprobieren und es ist eigentlich ganz simpel. Man rennt durch die Drehtüre bleibt dahinter Stehen und fängt die Drehtüre auf so das sie wieder bündig mit der Wand abschließt.
von innen kann man sie auch so verkeilen das die Wand nurnoch eine Wand ist.

Als nächstes wurde ein Wandschrank gezeigt in dem ein Regal war.
Schlägt man von unten gegen das Regal klappt dieses herunter und wird zu einer Treppe die gleichzeitig die Luke zu einem kleinen Dachspeicher öffnet.
Von diesem aus kann man durch Textile Wände den Wohnraum beobachten. Das Prinzip ist einfach.
Ist der Wohnraum beleuchtet kann man aus diesen nicht in den Speicher blicken aber andersherum schon.

Weiter ging es mit einer weieren drehtüre die in einen ausgehhölten Eckpfosten des Hauses führt. Von außen wirkt er nicht gerade groß und als köne man sich drinen kaum bewegen, aber durch die geschickte architektur haben zwei Männer in ihm Platz und können durch geschickt getarnte Sehschlitze die Terasse die zum garten hin führt beobachten.

Anschließend gab es noch eine Schibetür in der eine Falltür versteckt war durch die man unter das Haus kommt. Ist die schiebetür geschlossen ist die Falltüre veriegelt, aber ist sie geöfnet kann sie mit einem Handgriff geöffnet werden.

Als letztes gab es noch ein Waffenversteck das unter einer losen Diele angebracht war. Intressant war hierbei das die Diele sich nicht von den anderen unterschied und auch nicht locker zu sein schien. Drückt man aber das eine, der Wand nähere Ende klappt die ganze Diele wie eine Wippe hoch und offenbart das Versteck.

Anschließend geht es in den Keller in dem die Ninja Ausstellungshalle ist.
Die meisten Dinge dort unten sind Exponate die von Fujita Seiko zusammengetragen worden sind. Dieser nannte sich zu Lebzeiten selbst den letzten Koka Ninja (warum seine Sachen in Iga und nicht Koka sind weis ich nicht).
Lustig ist das alle Dinge entweder Shinobi oder Ninja im Namen tragen. Auch so normale Dinge Wie ein transportabler Kerzenständer werden hier zum Ninjakerzenständer.
Eigentlich unnötig, dabei ist die Ausstellung an sich sehr intressant. Umfasst viele Waffen und Werkzeuge, Kleidungen und leichte Rüstungen
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Besonders erwhnen möchte ich das folgende Schwert:
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Es stellt eines von zwei Schwertern da die als historische Ninjaschwerter bezeichnet werden. Oft wird es als Ninjatô bezeichnet, im Museum stand Shinobi Gatana auf dem Schild (die Bedeutung ist quasi die selbe).
Nun die Waffe ist aber ansich nur ein Ôwakizashi oder Chisagatana. Es hat keine besondern Extras, es hat keine gerade Klinge (ok die Sori ist fast nicht existent, aber auch eine leichte Sori ist eine Sori) und auch von der Montierung her gibt es nichts was großartig besonders wäre. Es ist schlicht und einfach ein relativ kurzes Katana mit sehr einfacher Montierung.

Nach dem Ausstellungsraum gelangt man wieder ins freie und steht nun vor der Ninja History Hall. Diese beschäftigt sich mehr mit dem Klische Ninja, will dies ändern, aber ersetzt nur das eine Klische mit einem anderen. Sehenswert ist es trotzdem, aber eben nicht historisch akurat oder frei von Mythen und Legenden.
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IMAG0656 Hier sieht man ein sehr schönes Modell eines Ninjadorfes. Allerdings, wie schon im Bericht vorher erwähnt waren solche ,,wehrhaften´´ Dörfer für auf dem land lebende Krieger nichts aussergewöhnliches. Also auch wieder nichts Ninjaspezifisches.

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Nach dieser Halle haben wir erstmal im Suppenlokal direkt neben dem Museum gegessen, da die Ninjashow erst später lsogehen sollte. Das Lokal schaut von außen recht wenig einladend aus, aber das Essen und die Bedienung ist top. Es gibt Udon und Soba, mit verschiedenen Beilagen entweder heiß oder kalt zubereitet. Und das ganze in großen portionen für kleines Geld.
Ich hatte Soba mit Rindfleisch und Ei und das war eine der besten Nudelsuppen die ich je gegessen habe.

Die Ninjashow kostet wie gesagt extra, was aber nicht schlimm ist, da sie ihr geld schon wert ist. Das gezeigte Programm wird laufend gewechselt, so das man immer was neues sieht, egal wie oft man die Show besucht.
Wir wurden am Eingang gefragt ob wir Englisch verstehen und ab da wurde die ganze vorführung auf Japanisch und Englisch geführt. Gezeigt wurden Akrobatik einlagen, der Umgang mit Nunchaku und Kama sowie alle möglichen Formen von Shuriken, von Boshuriken (Wurfpfeile) über Shaken (Wurfsterne) hin zu ganzen kama die geworfen wurde.
Abschließend wurde noch etwas mit dem Blasroh demonstriert und man konnte selber Wurfsterne werfen und Preise gewinnen.
Leider war Filmen wärend der vorführung verboten, deswegen hier nur ein paar Bilder der Bühne.
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Das gezeigte war ganz klar auf Show ausgelegt und hat nichts oder nur wenig mit Kampfkunst zu tun, aber es war trotzdem sehr intressant.

Anschließend gingen wir zurück zum Hotel, wo wir unser Gepäck abhohlten und machten uns auf nach Kusatsu einer kleinen Stadt am Biwa See. Diese liegt nur 20 Minuten von Kyoto entfernt und die Hotels sind dort um einiges günstiger als in Kyoto. Eigentlich wäre die Region selber schon einen Besuch wert gewessen, aber diesmal sind wir nur da gewessen um unsere Homebase für die große Kyoto Tempel Tour zu errichten.

Gewohnt haben wir im Urban Hotel Kusatsu.
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Das Zimmer war recht geräumig und sauber.
Ich weis das sag ich jedes mal, aber entweder ich hab unheimliches Glück mit den Hotels gehabt, oder es ist in Japan einfach normal das Hotelzimmer in Buisnesshotels immer geräumig, sauber und erschwinglich sind.

Lg
Micha

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