Tag 16: Iga Ueno und die weiße Phönix Burg

Iga Ueno ist an sich eine recht typische japanische Kleinstadt. Es gibt nur zwei sachen die sie besonders machen und das ist zum einen die geografische Lage in einem Talkessel hoch in den Bergen und zum anderen die allgegenwertige Präsenz von Ninjakitsch.

Iga ist neben Koka eine von den bekanntesten Ninjahochburgen des alten Japans. Zumindest wird es so meist in Filmen und Romanen dargestellt. Und nahezu der gesamte Tourismus baut auf diesen Klisches auf.
So gibt es eigentlich in jedem Geschäft auch Wurfsterne (aus Gummi oder Metal) sowie anderen Ninja kram zu kaufen. Selbst die Gullideckel (die in Japan meist ein reginales Motiv haben) sind mit verschiedenen Ninja motiven versehen.
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In den Filmen und Romanen wird immer gezeigt das Ninja in sektenähnlichen Kommunen zusammenleben, offen sich als Landwirte, Forstwirte und Viehzüchter verdingen und verdeckt ihre Kinder zu Attentätern ausbilden. Das ganze ohne Lehnstreue oder sonstiges weil die Dörfer ja so unbekannt und gut versteckt sein und durch die geografische Lage schwer zu erschliesen sind.

Nunja aber wie war es wirklich?
Ersteinmal muss man sagen, ja Iga ist schwer zu erreichen, es liegt in mitten dicht bewalteter Berge und selbst mit den öffentlichen Verkehrsmitteln unserer Zeit dauert es eine Weile in den Talkessel zu gelangen. Aber das trifft auch auf viele andere Städte auf der Welt zu die trotzdem Schauplätze von eroberungen und Schlachten wurden.
Und das Gebiet um Iga Ueno ist mit knapp 560km² auch nicht klein oder einfach zu verstecken.
Der Talkessel ist einfach riesig und würde jedem der in den Bergen wandert auffallen. Und zu uter letzt wohnen heute knapp 100.000 menschen in Iga Ueno.

Was aber stimmt. In den früheren Zeiten gab es in Iga Kriegerkasten die den gōshi 郷士, den Landsamurai nicht unähnlich waren. Sprich es waren sehr wohl Krieger, die aber eben auch einem Erwerb in der Land oder Forstwirtschaft oder der Viehzucht nach kamen. Auch waren die Dörfer damals tatsächlich mit allerhand versteckten Gängen usw ausgestattet. Aber auch das war in ganz Japan in ländlichen Gebieten nicht aussergewöhnlich.
Schon allein als Schutz vor Banditen bietet es sich an Waffen versteckt aber griffbereit aufzubewahren und sich flucht und verbindungswege offen zu halten.

Der Mythos mit den Ninja aus Iga kommt warscheinlich daher das die Krieger aus Iga in dem Ruf standen nicht nur Söldner zu sein, sondern auch unkonventionele Aufgaben wie Spionage oder Attentate anzunehmen. Allerdings findet sich in keinem alten Text dazu die Worte Ninja oder Shinobi wieder.
Diesbezüglich habe ich mich eine Weile mit einem in Iga wohnenden Volkskundlerunterhalten der seit fast 30 jahren den Mythos Ninja untersucht. Laut ihm tauchen diese Wort erst in der späten Edo Periode in Romanen auf, voher findet man nur Ninjutsu (wörtlich die kunst verborgen zu bleiben) was trotz des selben Wortstammes wie Ninja nicht in einen direkten Bezug gesetzt werden darf.

Seit ende des 16. Jahrhunderst steht in Iga auch eine Burg die ein markanter Sitz der Regierung sein sollte. Die Hakuhô Jô (weiße Phönix Burg) galt lange als die höchste Burg Japans, verlor aber mit dem ,,Frieden´´ der Edo Periode an bedeutung, wurde wenig in Stand gehalten und so stürzte der Hauptturm schon 1612 durch starke Winde ein.
1935 wurde sie wieder neu errichtet und steht seit dem gut gepflegt vom ganzen Talkessel aus sichtbar im herzen des selbigen.
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Die Burg steht wiederum in einer größeren Festung die einen schönen großen Park beinhaltet in dem auch das Ninjamuseum zu finden ist (komme ich später drauf)
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In den Park kann man einfach so rein, aber die besichtigung der Burg kostet aber 500Yen. in dieser ist auch ein kleines aber reichhaltiges Museum zu finden. Dort werden allerlei Waffen, Kleidungsstücke, Rüstungen, Sänten aber auch Kunstgegenstände und Bruchstücke des Orginal Turms ausgestellt.
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Anschließend ging es weiter zum Iga Ninja Museum, für das ich aber einen extra Beitrag verfasse.

Lg
Micha

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