02/27/13

Tag 07: Bezwinge deinen Feind mit einem einzigen Hieb – Jigen Ryû

Einer der Hauptgründe für mich nach kagoshima zu kommen waren die Lehrtraditionen der Jigen Ryû. Es gibt da ersteinmal 2 Stile

Tôgô Jigen Ryû

und

Yakumaru Jigen Ryû (oft auch Nodachi Jigen Ryû genannt)

Beide Stile sind bekannt für ihr direktes und lautes Vorgehen gegen den Feind. Einer der Grundsätze der Schulen ist das das Schwert immer eine Waffe für den Angriff und nicht als Schild benutzt werden soll. Ein anderer legt es den Ausübenden nahe sich auf den ersten Schlag zu konzentrieren um keinen zweiten führen zu müssen.
Die Schulen trainieren beide mit Ästen als Übungswaffen und haben jeweils eine besondere Art des Suburi. Dabei wird eben nicht der Schnitt oder Schlag einfach durch die Luft geübt sondern gegen ein Ziel aus Holz geführt.
Bei der Tôgô jigen Ryû ist dies ein im Boden eingelassener Pfahl, während bei der Yakumaru Jigen Ryû ein Bündel Äste, auf einer Halterung den selben Zweck erfüllen.
Ebenfalls markant ist bei beiden Schulen die schnelle Schlagfolge und das laute schreien. Oft liest man das dies albern und unrealistisch sei, aber zum einen trainieren die Angehörigen der Jigen Ryû extrem hart (3000 Schläge morgens und 8000 Abends) was eine schnelle Schlagfolge auch mit einem Stahlschwert ermöglicht. Zum anderen muss man sich nur einmal vorstellen ein wild kreischender Krieger der Jigen Ryû rennt mit einem gut 2Meter langen Schwert auf einen zu und fängt noch im Rennen an einen mit Angriffen einzudecken.
Gruselige Vorstellung oder? :P

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Ich hatte das Glück das mein Hotel ganze 3 Minuten Fussmarsch vom Honbu Dôjô der Tôgô Jigen Ryû entfernt war. Gleich am Dôjô ist das Jigen Ryû Tactics Museum angeschlossen (auf meiner 2. Karte ist es als Jigen Ryû Swordsmanship Museum vermerkt) man zahlt 500Yen eintritt, kann das Museum besuchen, einen kleinen Film anschauen und dann das Dôjô besichtigen.
IMAG0304Ein für Satsuma typisches katana, Man sieht es auf dem Bild nicht so gut, aber die Klinge ist gut einen Zentimeter dick und bestimmt 4,5-5 cm breit.
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Ein Wakizashi das ebenfalls relativ wuchtig ausfällt.
IMAG0306Mehrere Signaturstempel
IMAG0307Eine kleine Figur mit einem zusätzlichen Arm, die Bedeutung ist mir leider nicht klar.
IMAG0308Eine von mehreren ausgestellten Schriftrollen.
IMAG0309Mehrere Trainingsäste, Gut zu sehen hier auch die geflochtene übergroße Tsuba.
IMAG0310Ein Bild von zwei Kindern beim Training der Jigen Ryû.
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IMAG0321Mehrere Gemälde die ausgestellt waren.
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IMAG0317Einige Kodogu (beschläge für Schwerter). Mir gefällt persönlich die schlichte Ausgestaltung bei Satsuma Schwertern recht gut.
IMAG0320Eine weitere kleine Statue.
IMAG0319Ein Paar Schüsseln.
IMAG0318Ein Sensu (Fächer) der auch schon bessere Tage gesehen hat, sowie eine weitere Schriftrolle.
IMAG0316Bücher und Bilder.
IMAG0314Ein Katana in Montierung, das allerdings im Gegensatz zu der Klinge oben eher zierlich und klein wirkt.

Danach ging es rüber ins Dôjô, und was einem zuerst aufällt ist der Boden, der ist nähmlich einfach mit trockener Erde bedeckt und nicht einmal richtig eben. Mir wurde aber erklärt das das so sein muss, da es so ist als würde mann im Haus ein Außentraining abhalten. Als Nächstes fallen die Äste auf die Bündelweise überall gelagert werden. Und unübersehbar sind auch die 4 eingelassenen Pfähle.
An diesen hatte ich auch mein erstes kleines ,,Training´´ in Japan. Ok mir wurde eigentlich nur Fussstellung und Handhaltung erklärt und das ich gut und feste draufhauen und dabei kreischen soll, aber es hat trotzdem unheimlich Spass gemacht. Mehr durfte ich leider nicht machen, da man dafür Schüler der Jigen Ryû sein muss.
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IMAG0326Der Drache ist ein besonderes Symbol der Jigen Ryû.

Die Tôgô Jigen Ryû trainiert 3x die Woche, Dienstags, Donnerstags und Samstag. Die Yakumaru Jigen Ryû (die scheinbar auch außenstehenden offen steht) trainiert, soweit ich das verstanden habe, nur Sonntags und das stehts im Freien. Da ich nur zwei Tage in Kagoshima bin kann ich sie leider nichtmehr besuchen, auch wenn es mich sehr reizen würde.

Lg
Micha